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Interview zu Podcast 040 mit Adam Vermona

1 Wie hat alles mit der Musik für dich begonnen?


Nico: Ich war schon als 4-Jähriger von der Idee besessen, einmal Schlagzeug zu spielen. Ich sah meinem Cousin beim Schlagzeugspielen zu und war von den Rhythmen fasziniert. Ich baute mir dann zuhause aus allem möglichen mein eigenes Schlagzeug zusammen. Offiziell habe ich dann mit ca. 10 Jahren in einer Djembe-Gruppe meine ersten rhythmischen Erfahrungen gemacht. Mit 13 durfte ich Schlagzeug-Unterricht nehmen und zwischen 17 und 20 lebte ich diese Leidenschaft in einer Punkrock- , später Alternative-Rock-Band aus. Parallel zu der Zeit begann ich mich immer mehr mit elektronischer Musik zu beschäftigen, dies anfangs durch Besuche von Goa-, später dann zunehmend Deep-House und Techno-Veranstaltungen. Ich sah den DJs zu und war fasziniert von der Kunst, verschiedene Tracks zu einem Gesamtwerk zusammenzuführen. Ich wollte diese Art, Musik zu präsentieren unbedingt erlernen. Es folgte eine Zeit, in der ich mir das Auflegen beibrachte und mich in der Band zunehmend mit den Themen Recording und Mixing beschäftigte. Ich habe mich also schon früh mit Equalizern, Effekten, Signalfluss und Akustik befasst. Während sich die Band immer mehr auseinander lebte, fokussierte ich mich immer mehr auf das DJing und begann mich in das Produzieren elektronischer Musik einzuarbeiten, da ich musikalisch unbedingt weitermachen wollte. Während ich mich anfangs eher in house-orientierten Genres bewegte, zog es mich über die Jahre hinweg immer mehr zu den technoideren Klängen hin, was schlussendlich 2018 in der Gründung meines aktuellen Projekts Adam Vermona endete.


2 Erzähl uns was über deinen Künstlernamen?


Nico: Auf der Suche nach einem Künstlernamen sass ich eines Abends im Studio und nippte an einem Glas Rotwein. Ich betrachtete mein Equipment, sah meine Monitore der Firma Adam Audio, sah meine Drm1 des Herstellers Vermona und der Geistesblitz schlug ein ;-)


3 Wo fühlst du dich zu Hause?


Nico: Umgeben von meinen Liebsten kann ich mich orts-ungebunden zu Hause fühlen. Ich bin jedoch in der Umgebung Zürich aufgewachsen und verwurzelt und fühle ich mich daher hier am meisten zu Hause.


4 Wo ist dein zweites zu Hause?


Nico: In meinem Studio oder überall dort, wo ich mich in den tiefen der elektronischen Musik verlieren kann.


5 Daydance oder Nightrave?


Nico: Wie wär’s mit beidem? Keine Nacht ohne Tag und umgekehrt ;-)


6 Opening oder Closing Set?


Nico: Closing. Ich bin dann meist in besserer Stimmung, hab den Vibe der Party besser erfasst und kann mich eher gehen lassen. Beim Opening muss ich meine Pferde meist etwas arg zügeln, was meiner Kreativität und Energie der Performance nicht immer zu Gute kommt. Solange ich den Leuten jedoch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, macht mir beides Spass.


7 Vinyl oder Digital?


Nico: Digital. Meine Plattenspieler habe ich verkauft, was ich zeitweise zwar bereue, ich finde es jedoch bequemer, lediglich ein paar USB-Sticks in der Hosentasche zu haben, als tonnenschwere Platten zu schleppen. In die audiophile Diskussion, was jetzt nun besser klingt, möchte ich jedoch nicht einsteigen.



8 Halbgeheime Rituale und Tricks beim Auflegen, die du weitergeben möchtest?


Nico: Ich hab es mir irgendwie so angewöhnt, am Schluss meiner Sets eine Kehrtwende zu machen, irgendetwas zu spielen, was den Vibe nochmals kippt und was einige vielleicht als Stilbruch beschimpfen würden. Für mich und meine treuesten Begleiter gehört dies jedoch irgendwie dazu, hat für mich also auch eine bindende Wirkung. Zählt das als Ritual?

Mein Nummer eins Trick liegt in der Suche nach der Musik, die mir wirklich gefällt. Ich finde, man sollte sich hier keine Grenzen setzen und schon gar nicht ausschliesslich das spielen, was gerade in den aktuellen Beatport-Charts ist. Klar kann man den Leuten einmal einen Chartbanger um die Ohren hauen, wenn das Set jedoch lediglich aus solchen Tracks besteht, dann sollte sich keiner wundern, wenn das Set nicht in Erinnerung bleibt.


9 Wenn du einen Rave egal wo planen und durchführen könntest - welche Location würdest du wählen?


Nico: Zum aktuellen Zeitpunkt würd ich sagen bei den Victoria Falls in Sambia.


10 Erzähl von deinem schlimmsten Erlebnis hinter den Decks.


Nico: So wirklich schlimmes habe ich nie erlebt. Die nervigen Reinquatscher und “spiel mal dies, spiel mal das” gehören ja irgendwie dazu. Jedoch gab es mal eine echt nervige Situation. Ich spielte an einer Party vor ca. 200 Personen und irgend ein Typ wollte stundenlang nicht begreifen, dass ich sein Handy nicht einfach anschliessen kann und dies schon gar nicht wollte. Er liess nicht locker, quatschte mich ständig an und wurde immer aufdringlicher. Als einer der Veranstalter die Situation schlichten wollte, fuchtelte der Typ mit seinem Handy umher, es fiel ihm aus der Hand und zack, Musik aus. Alle starrten mich an und die ersten Buh-Rufe erklangen. Natürlich war ich irritiert, da ich nicht mitbekommen habe, wie sein Handy direkt auf den Cue-Button fiel und den spielenden Track somit an den Anfang zurück setzte. Ich dachte erst, die Anlage wär dahin oder sonst irgendwas, ich kam echt für einen kurzen Moment ins Schwitzen. Nach ner halben Minute lief die Party dann weiter, der Mood Killer wurde jedoch natürlich mir zugeschrieben ;)


11 Die ganz grosse Nacht war als ich…


Nico: In der Nacht, als ich 25 Jahre alt wurde, durfte ich eine grössere Outdoor-Party von befreundeten Veranstaltern für drei Stunden headlinen. Am Ende meines Sets begannen meine Partnerin und ein paar Freunde Happy Birthday zu gröhlen, was darin endete, dass schlussendlich jeder der ca 300 anwesenden Gäste einstieg und ich den Applaus meines Lebens bekam. Diese Nacht werde ich bestimmt nie wieder vergessen, ich krieg jetzt noch Gänsehaut wenn ich daran zurückdenke.


Link zum Podcast: https://soundcloud.com/tonfallk8t/tonfall-k8t-podcast-040-mit-adam-vermona

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