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Interview zu Podcast 58 mit KauzAudio & Opera Olf

Aktualisiert: 4. Jan.

1 Wie hat alles mit der Musik für dich begonnen?


Manu: Zu Hause lief früher jeden Tag Musik. Sei dies über den Plattenspieler, Radio und dann CD. Geprägt durch die Musik meiner Eltern wie Michael Jackson (von ihm hab ich wohl die energetische Musik), Romanzenmusik (die Mull-Tonart) sowie DJ Bobo (elektronische Musik). Gelernt und gespielt hatte ich in den Jugendjahren nie ein Instrument. Es fing dann aber mit 16 an für den wöchentlichen Ausgang, sprich Partys in Clubs. Zuerst Hiphop dann House/Techno. Hunderte Club- und Festivalbesuche in der Schweiz und vielen Orts dieser Welt als Dancer und Geniesser machten mich wohl zu dem welcher ich heute bin. Diese Erfahrung wollte ich irgendwann selbst teilen und begann vor über 10 Jahren mit dem Auflegen und dann etwas später mit dem Produzieren um noch mehr Einfluss auf die Musik zu nehmen.


Florian: Sowas wie „Musik hören mache ich seit ich hören kann“ habe ich mal auf einer Temple of Speed Scheibe gehört. Tolle Aussage – geiles Sample.

In der Kindheit mit Klavier und Hip Hop aufgewachsen, führte der Weg in den elektronischen Bereich. Mit solchen lieben Mitmenschen die ich kennenlernen durfte, war das irgendwie klar.


2 Erzähl uns was über deinen Künstlernamen?


Manu: Als ich vor ca. 10 Jahren mit Rüdi zusammen „KauzAudio“ gründete war das Wort „Kauz“ bei uns im engsten Freundeskreis in aller Munde. Die nachtaktive Eule mit dem vollen Blick war doch sehr passend. Das Wort Audio kam dann dazu, um uns nicht irgendwie für einen Zoo zu halten. 😉

Zur Frage, ob wir denn vom Kauz Club in Zürich abstammen oder verwandt sind: Nein. Wir hatten wohl zur selben Zeit die gleiche Idee.


Florian: Olf ist eine Ableitung meines Namens / Spitzname in Rückwärts von Florian. Mit Opera mache ich eine Andeutung auf etwas pompöses – ein knalliges Set zum Beispiel. Meine Musik, welche ich spiele, ist divers und facettenreich. Hoffentlich ist das in einer Oper auch so…


3 Wo fühlst du dich zu Hause?


Manu: Seit wenigen Jahren in Zürich. Stand jetzt in Wollishofen in unserem wunderschönen zu Hause mit der Freundin.


Florian: Der Grossraum Zürichsee liegt mir enorm am Herzen. Vom abgelegenen Waldstück,

den wunderbaren Uferwegen, bis zum urbanen Raum. Hier fühlre ich mich zu Hause.


4 Wo ist dein zweites zu Hause?


Manu: Definitiv in Rappi. Ort der Familie, Ort vieler langjährigen und besten Freunde sowie Kreativort Musikstudio und Treffpunkt WerkiBar.


Florian: Zeit mit meiner Familie und meinen liebsten Mitmenschen verbringen zu dürfen, egal

wo, dort ist mein zweites zu Hause.


5 Daydance oder Nightrave?


Manu: Beides hat seine Vorteile und Reize. Der Daydance sicher die Lockerheit und das schöne Wetter. Der Nightrave (im Club) besticht meistens durch eine top Musikanlage und Konzentration aufs Wesentliche. Für beides nacheinander bin ich wohl zu alt, bzw für Daydance auf Nightrave. Für ein Daydance mit anschliessendem Clubbesuch könnte es in Topform wohl noch reichen. 😉


Florian: Gerne beides davon! Und durchaus auch mehr von beidem.

Großartige Orte durch den Tag hindurch zu bespielen / vertanzen. Bei gutem Wetter und viel Liebe für Details - das hat Wumms!

Den Abend in den darauffolgenden Morgen zu führen ist das andere Werk(i). Gäbe es eigentlich Daydances ohne Nachtleben? Sportliche Anspielzeiten beim Musikfrühstück liebe ich wohl am meisten.


6 Opening oder Closing Set?


Manu: Aufgrund meiner Musik eher das Closing Set. Wobei ich immer sehr dankbar und grössten Respekt habe von denen, die das Opening spielen. Das Opening ist musikalisch der schwierigste Slot um die wenigen Leute, die bereits da sind vom Schwatzen ins Tanzen zu bringen. Nicht zu hart, nicht zu lame, halt einfach richtig in die richtige Richtung lenken. Closing ist wohl der einfachere Slot, du kannst die bereits aufgebaute Energie nutzen und dich frei entfalten.


Florian: Opening oder Closing, dein Set muss die Zuhörer:innen erfreuen.


7 Vinyl oder Digital?


Manu: Vinyl versucht und höchsten Respekt. Dennoch bei digital geblieben, denn am Ende zählt einzig und allein der Output für die Leute auf der Tanzfläche. Und dabei stimmt es digital für mich einfach klar mehr.


Florian: Zu Hause höre ich mir Alben sehr gerne auf Platten an. Mit Digital Vinyl von Traktor vertreibe ich gerne meine Freizeit. Im Club jedoch nur Digital unterwegs. Allein gerne mit Computer und Effektgerät. Als B2B nur mit Memorysticks.


8 Halbgeheime Rituale und Tricks beim Auflegen, die du weitergeben möchtest?


Manu: Ein, zwei Bier und/oder Gin Tonic bringt deine Hüft in Schwung und somit deine Fingerfertigkeit. Geh oft in Clubs und hör genau zu was passiert, welche Elemente wichtig sind. Schau hin, beobachte die Leute. Spiel nur Musik, die dir gefällt, denn nur das ist authentisch und kann somit Energie erzeugen. Plane nicht zu konkret dein Set, denn es kommt sowieso immer anders. Spiel intuitiv. Kauf aktuelle, neue Tracks die möglichst niemand kennt. Mische alte Klassiker mit. Achte (sofern beinflussbar, z.B. als Veranstalter) auf eine top Musikanlage. Spare nicht beim Equipment. Denn House/Techno ist Clubmusik und diese lebt von der „In-ya-Face“ Druckwelle.


Florian: Ich benütze gerne mehrere Spuren beim Mixen. Zusätzliche Bausteine, die den Track ergänzen und einzigartig für den Moment machen. Es ist sicherlich sinnvoll genügend Memory Sticks auf sich zu haben. Alle davon am gleichen Ort aufzubewahren, besonders wenn ich unterwegs bin - nicht optimal.


9 Wenn du einen Rave egal wo planen und durchführen könntest - welche Location würdest du wählen?


Manu: Der Ort ist meist egal und kann auch vom Wesentlichen ablenken. Denn ein Rave ist nur so gut wie die Musik und die Leute selbst. Ich bin z.B. lieber an einer Clubnacht im Hive als an einer grossen Outdoorparty irgendwo am Zürichsee (Namen der Redaktion bekannt 😉) wo alle ihr Handy zücken, um den eigentlich flüchtigen Moment irgendwie festzuhalten, trotz schönster Location.

Zurück zur Frage: Müsste ich eine Location wählen, wäre es wohl doch im Schloss Rapperswil, weil die Vorfreude und Energie von sovielen Leuten da einfach unglaublich top war. Alle haben leidenschaftlich mitgeholfen und mitgetanzt! Es ist unsere Heimat.


Florian: Nach längerem hin und her schweifen behalte ich es bei der Tatsache, dass für mich das Schloss Rapperswil der Raver Olymp ist. Alles andere welches eine aufwändige Anreise beinhaltet, von dem sollen andere träumen dürfen.


10 Erzähl von deinem schlimmsten Erlebnis hinter den Decks.


Manu: Club Kornhaus, Winterthur, ca. 04.00 Uhr -> Track in Deck A spielt und kommt demnächst zum Ende -> Gin Tonic leert über Deck B aus -> CDJ Deck B überschwemmt und geht kaputt -> 4 oder 8 Takt Loop auf Deck A für gefühlt 10 Minuten -> warte bis neuer CDJ aus dem Keller kommt und installiert wird -> weitergehts!

Horror – den Track im Loop bleibt mir bis heute im Kopf.

Man muss aber bedenken, dass all diese schlimmen Erlebnisse ja das DJ-Sein auch vermenschlichen und du selbst mit deinen Ansprüchen das Erlebnis erst zum schlimmen machst. Die Leute auf der Tanzfläche nehmen das oft nicht zu ernst bzw. dir nicht übel.


Florian: Beobachten zu müssen, wie andere Menschen Drinks auf laufende CDJ’S entleeren, während Silvester. Happy New Year. Happy New CDJ.


11 Die ganz grosse Nacht war als ich…


Manu: Phuuu wo soll ich anfangen. Mit über 20 eigenen Tonfall-Partys unter dem Namen „Verrückte Kassette“ hatte wohl jede sein Highlight. Speziell zu erwähnen ist wohl jede einzelne Party im Schloss in Rappi.

Hinzukommt wohl der sponti Auftritt am Love Tree Festival, der erste Gig in Berlin sowie das Closing in der Hive Tanzstube von 6-9 Uhr – magisch!

Auf jedenfall habe ich jede Minute hinter den Decks sehr genossen, sei dies allein oder zu zweit früher mit Rüdi und seit letzter Zeit öfters mit Thali. <3


Florian: Die Verrückte Kassette 5 Jahre alt wurde. Alles andere bleibt dort :)


Link zum Podcast: https://soundcloud.com/tonfallk8t/tonfall-k8t-podcast-058-mit-opera-olf-kauzaudio

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